- Nationalität
- Schweizerisch
- Geboren
- 29.03.1966
Christian Kracht, geboren 1966 in Saanen im Berner Oberland, gilt als einer der einflussreichsten und umstrittensten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Er wuchs teils in der Schweiz auf und lebt heute als Kosmopolit, der sich nirgends dauerhaft niederlässt. Kracht studierte an der Universität Bern und in New York, bevor er mit seinem Debütroman Faserland (1995) Bekanntheit erlangte. Dieses popkulturell geprägte Roadmovie durch Deutschland machte ihn zum Sprachrohr der Popliteratur neben Autoren wie Benjamin Lebert oder Florian Illies.
Bekannte Werke umfassen Metzingen (2002), Ich werde hier sein im Sommer bei der Eisscholle (2006), das ironisch-satirische Imperium (2012), nominiert für den Deutschen Buchpreis, sowie Eurotrash (2021), das auf die Shortlist des Preises kam und als persönlicher Abschied von seiner Mutter gilt. Krachts Prosa zeichnet sich durch scharfe Beobachtungen, Exotik und eine ambivalente Haltung zur Moderne aus. Ein expliziter LGBT-Bezug findet sich nicht prominent in seinem Œuvre, wenngleich seine Werke queere Themen wie Identitätssuche und Nonkonformität subtil streifen, etwa in der Dekadenz von Faserland.