Harry Tanner ist promovierter Altgräzist und Sachbuchautor. Seinen Doktortitel in Altgriechisch erwarb er an der National University of Ireland in Galway, heute lebt und arbeitet er als Lehrer für alte Sprachen und Geschichte in London. Als Teenager evangelikal geprägt, glaubte er lange, Homosexualität sei Sünde; nach einer Phase des Atheismus näherte er sich später wieder Fragen von Spiritualität und Religion an, diesmal als offen schwul lebender Mann. Diesen persönlichen Weg verarbeitet er in seinem ersten Buch „The Queer Thing About Sin“, einer historischen Spurensuche danach, wie der Westen dazu kam, queere Liebe zu verurteilen. Das Buch wurde für den Foyles Book of the Year ausgezeichnet und von der Fachpresse für seine Verbindung aus Gelehrsamkeit und persönlicher Erzählung gelobt. Tanner gehört zu den Stimmen, die religionsgeschichtliche Forschung mit unmittelbar biografischer Erfahrung queeren Lebens verknüpfen.