- Nationalität
- Kanadisch
- Geboren
- 05.04.1925
Louis Crompton (1925–2009) war ein kanadischer Autor, Mathematiker und Anglist, der sich insbesondere mit der britischen Literatur des 19. Jahrhunderts und der Kulturgeschichte der Homosexualität beschäftigte. Geboren in Port Colborne, Ontario, studierte er Mathematik an der University of Toronto und Anglistik an der University of Chicago, wo er 1954 mit einer Arbeit über William Blake promovierte.
Nach Lehrtätigkeiten in Kanada trat er 1955 der English Department der University of Nebraska-Lincoln bei und ging 1989 in den Ruhestand. Crompton erlangte internationale Anerkennung als Shaw-Forscher: Er entdeckte unveröffentlichte Essays von George Bernard Shaw im British Museum und veröffentlichte 1969 das preisgekrönte Buch Shaw the Dramatist. Als Pionier der Gay Studies bot er 1970 einen der ersten Universitätskurse zu Homosexualität an, was politische Kontroversen auslöste. Er gründete 1974 die Gay and Lesbian Caucus der Modern Language Association mit. Zu seinen einflussreichsten Werken zählen Byron and Greek Love (1985) und Homosexuality and Civilization (2003), die über 2500 Jahre Homosexualität in der Weltgeschichte beleuchten und zentrale Beiträge zur LGBT-Forschung leisteten.