Magnus Hirschfeld (1868–1935) war ein Pionier der Sexualwissenschaft und ein entscheidender Vertreter der frühen LGBT-Bewegung. Als schwuler Arzt, Sozialist und Jude geboren in Kolberg (heutiges Kołobrzeg, Polen), studierte er Medizin in Straßburg, München, Heidelberg und Berlin, wo er 1892 promovierte. 1897 gründete er gemeinsam mit anderen das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee (WhK), die weltweit erste Organisation zur Verteidigung homosexueller Rechte, die sich für die Aufhebung des § 175 einsetzte.
1919 eröffnete Hirschfeld in Berlin das Institut für Sexualwissenschaft, das erste seiner Art weltweit. Dort führte er Beratungen durch, forschte zu Sexualität und Geschlechtsidentität und half trans* Personen bei Transitionen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die fünfbändige Geschlechtskunde (1926–1930), Die Homosexualität des Mannes und des Weibes (1914) sowie Sexualpathologie (1917–1920). Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde sein Institut zerstört, Hirschfeld floh ins Exil nach Frankreich und starb 1935 in Nizza.
Bücher
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