- Nationalität
- Deutsch
- Geboren
- 08.11.1916
Peter Weiss, geboren am 8. November 1916 in Nowawes bei Potsdam, war ein bedeutender deutscher Schriftsteller, Dramatiker, Maler und Grafiker. Aus jüdischer Familie stammend, emigrierte er 1934 aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgung und floh 1939 nach Schweden, wo er 1946 die Staatsbürgerschaft erhielt. Zunächst schrieb er auf Schwedisch Werke wie 'Von Insel zu Insel' und 'Duell'. Ab den 1960er Jahren wandte er sich der deutschen Literatur zu und schuf experimentelle Prosatexte wie 'Der Schatten des Körpers des Kutschers' (1960), 'Abschied von den Eltern' (1961) und 'Fluchtpunkt' (1962).
Sein Durchbruch gelang mit dem Theaterstück 'Die Verfolgung und Ermordung des Jean Paul Marat, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes auf der geschlossenen Abteilung des Irrenhauses von Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade' (1964), das gesellschaftliche und politische Konflikte thematisierte. Weitere Schlüsselwerke sind 'Die Ermittlung' (1965) über die Nürnberger Prozesse und der Romanzyklus 'Die Ästhetik des Widerstands' (1975–1981). Weiss engagierte sich linksintellektuell und kritisierte Faschismus und Kapitalismus. Ein expliziter LGBT-Bezug ist in seinem Werk nicht prominent dokumentiert, wenngleich seine Biografie queere Interpretationen in der Forschung ermöglicht. 1982 starb er in Stockholm und erhielt posthum den Georg-Büchner-Preis.