Auf Erden sind wir kurz grandios

Autor
Ocean Vuong, geb. 1988
Genre
Roman
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
240

"Auf Erden sind wir kurz grandios" ist ein poetischer Debütroman von Ocean Vuong, in dem der Ich-Erzähler Little Dog als Brief an seine analphabetische vietnamesische Mutter seine Familiengeschichte aufzeichnet. Die Erzählung beginnt mit der traumatisierten Großmutter Lan, die vom Vietnamkrieg gezeichnet ist, und der Mutter Rose, die als Nägeldesignerin arbeitet und ihren Sohn aus Frustration schlägt. Little Dog wächst als Außenseiter in den USA auf, geprägt von Armut, Gewalt und der Opioid-Krise.

Der zentrale LGBT-Bezug liegt in der intensiven ersten Liebe des Protagonisten zu Trevor, einem weißen Jungen, den er auf einer Tabakfarm kennenlernt. Ihre Beziehung ist geprägt von leidenschaftlicher, roher Intimität, Entdeckung der gleichgeschlechtlichen Sexualität und Trevors Absturz in die Drogensucht, die tragisch endet. Vuong verwebt autobiografische Elemente mit Fragmenten aus Krieg, Migration und Identitätssuche, feiert die befreiende Kraft der Sprache und Liebe inmitten von Zerbrechlichkeit und Verlust. Das Buch thematisiert Coming-of-Age, queere Selbstfindung und die Überwindung generationaler Traumata.

Queerer Bezug: Der Roman schildert sensibel die erste gleichgeschlechtliche Liebe des Protagonisten zu Trevor, inklusive Coming-Out, sexueller Entdeckung und den Konflikten in einer heteronormativen, gewalttätigen Umgebung. Diese queere Beziehung dient als zentrales Element der Selbstermächtigung und Heilung von familiären Traumata.