- Autor
- Martin Sherman, geb. 1939
- Genre
- Drama
- Erscheinungsjahr
- 1979
- Seiten
- 80
- ISBN
- 9781473228030
Bent ist ein eindringliches Theaterstück von Martin Sherman, das 1979 uraufgeführt wurde und die grausame Verfolgung von Homosexuellen im nationalsozialistischen Deutschland thematisiert. Die Handlung beginnt im Berlin der 1930er Jahre, wo der promiskuitive Max mit seinem Freund Rudy lebt. In der Nacht des Röhm-Putschs bringt Max einen SA-Mann nach Hause, was zur Entdeckung und Verhaftung durch die Gestapo führt. Auf dem Weg ins KZ Dachau verrät Max Rudy, um zu überleben, und leugnet seine Homosexualität, indem er sich als Jude kategorisieren lässt – sogar durch eine scheußliche Tat, um den Rosa Winkel zu vermeiden.
Im Lager trifft Max auf Horst, der seine Homosexualität stolz trägt. Trotz Verbots entsteht eine tiefe, rein geistige Liebe zwischen ihnen. Erst nach Horsts Erschießung entscheidet sich Max, den Rosa Winkel anzulegen und Suizid zu begehen. Das Stück beleuchtet den § 175, der Homosexualität kriminalisierte, und zeigt den inneren Konflikt zwischen Überleben und Identität. Bent ist ein Meilenstein der LGBT-Literatur, der die vergessenen Opfer des NS-Regimes ehrt und die Kraft der Liebe unter extremer Unterdrückung feiert.
Queerer Bezug: Das Stück thematisiert die systematische Verfolgung und Ermordung von Homosexuellen im NS-Staat durch den § 175 und zeigt den Kampf um sexuelle Identität unter Terror. Es gilt als wegweisend für die Sichtbarmachung schwuler Opfer des Holocausts.