- Autor
- Charles Dickens, geb. 1812
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1870
- Seiten
- 288
Das Geheimnis des Edwin Drood ist Charles Dickens' unvollendeter letzter Roman aus dem Jahr 1870, der als faszinierender Kriminalroman gilt. Die Handlung spielt in der fiktiven Kathedralenstadt Cloisterham und dreht sich um den jungen Architekten Edwin Drood, der spurlos verschwindet. Sein Onkel John Jasper, ein opiumsüchtiger Kantor, hegt eine obsessive, unrequitede Liebe zu Rosas Bud, Edwins Verlobter. Jasper wird als Hauptverdächtiger gesehen, da er Edwin aus Eifersucht aus dem Weg räumen könnte. Die Geschichte enthüllt dunkle Geheimnisse, psychische Abgründe und gesellschaftliche Spannungen, bleibt aber nach Dickens' Tod bei etwa der Hälfte ungelöst, was unzählige Spekulationen über den Mörder auslöst.
Der LGBT-Bezug ergibt sich aus der homoerotischen Unterströmung in Jaspers Charakterisierung: Seine intensive, fast besitzergreifende Beziehung zu Edwin sowie seine Opium-induzierten Visionen deuten auf unterdrückte homosexuelle Neigungen hin, die für die viktorianische Ära typisch tabuisiert sind. Dies macht das Werk zu einer frühen literarischen Erkundung queerer Identitäten und verbotener Begierden, die in Adaptionen wie dem Musical weiter vertieft werden. Dickens' Meisterwerk regt bis heute zum Nachdenken über Liebe, Schuld und das Unausgesprochene an.
Queerer Bezug: Die homoerotische Spannung zwischen John Jasper und Edwin Drood sowie Jaspers obsessive Liebe deuten auf unterdrückte homosexuelle Neigungen hin, die im viktorianischen Kontext als tabubezogenes Motiv wirken. Dies macht das Werk relevant für queere Lesarten.