- Autor
- Jeanette Winterson, geb. 1959
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1989
- Seiten
- 288
Das Geschlecht der Kirschen von Jeanette Winterson ist ein origineller, märchenhaft-barocker Roman, der zwischen 17. Jahrhundert und Gegenwart oszilliert. Die Handlung dreht sich um Jordan, ein Findelkind, das von der riesigen, hässlichen Hundefrau am Ufer der Themse aufgezogen wird. Als junger Mann begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise, die ihn in exotische Welten führt und mit der schönen Prinzessin Fortunata verknüpft. Parallel dazu erzählt Winterson die Geschichte zweier Schwestern in der Moderne: Tilda, die sich um ihre alkoholkranke Mutter und ihre Schwester kümmert, und deren quälende Sehnsüchte.
Der **LGBT-Bezug** liegt in Wintersons Exploration von Liebe jenseits traditioneller Geschlechterrollen, inspiriert von ihrer eigenen lesbischen Identität. Homoerotische Elemente und die Auflösung starrer Geschlechtergrenzen – wie im Titel angedeutet – machen das Buch zu einem Meilenstein queerer Literatur. Seine Bedeutung liegt in der fantasievollen Dekonstruktion von Realität und Mythos, die Leidenschaft und Identitätssuche feiert und Leser zu einer neuen Sicht auf Liebe einlädt.
Queerer Bezug: Das Buch thematisiert homoerotische Beziehungen und löst traditionelle Geschlechterrollen auf, was Wintersons eigene lesbische Erfahrungen widerspiegelt. Es gilt als wegweisend für die queere Literatur durch seine fantasievolle Erkundung von Liebe und Sexualität.