Der Protagonist Vic zeigt queere Züge durch seine enge, möglicherweise intime Beziehung zu einem männlichen Freund, was auf Bisexualität hindeutet. Patricia Highsmith integriert subtile LGBT-Elemente in ihre Exploration toxischer Männlichkeit und gesellschaftlicher Normen.
In Patricia Highsmiths Roman 'Deep Water' (deutsch: 'Tiefe Wasser'), veröffentlicht 1957, kreist die Handlung um Vic Van Allen, einen wohlhabenden, aber emotional distanzierten Mann, der in einer offenen Ehe mit seiner Frau Melinda lebt. Melinda hat zahlreiche Affären, die Vic geduldig erträgt, um die Familie mit ihrer kleinen Tochter zusammen zu halten. Doch als Melinda mit dem jungen Don Wilson anbandelt, eskaliert die Situation: Vic wird verdächtigt, zwei ihrer Liebhaber ermordet zu haben – den Ex-Freund und später Don selbst. Der Roman entfaltet sich als psychologischer Thriller, in dem Vics innere Monologe seine wachsende Paranoia und manipulative Natur enthüllen.
Der LGBT-Bezug ergibt sich aus der impliziten Darstellung von Vics bisexueller oder homosexueller Neigung: Er pflegt eine tiefe, platonische Beziehung zu seinem blinden Freund Cameron, die Gerüchte über eine intime Komponente weckt. Highsmith, selbst lesbisch, webt queere Untertöne subtil ein, die die toxische Dynamik der Ehe verstärken. Das Buch beleuchtet Themen wie Eifersucht, Geschlechterrollen und gesellschaftliche Normen der 1950er-Jahre, was es zu einem Meilenstein queerer Literatur macht, auch wenn die Homosexualität nicht explizit thematisiert wird.
Mehr aus Roman
Die queere Identität der Protagonistin ist Teil ihres Ringens um einen Platz in einem privilegierten, ihr fremden Umfeld...
Ich-Erzähler und schwuler Escort in Toulouse während der Corona-Pandemie, dessen Alltag von Grindr-Dates und der Suche n...
Lesbischer Liebesroman um Kirsten, die Jahrzehnte nach einem gemeinsamen Italien-Sommer wieder mit ihren verdrängten Gef...
Protagonist Austin Hardy ist der erste offen schwule Profi bei einem Grand-Slam-Tennisturnier; der Roman handelt bewusst...