Prides Locations Reisen Partys Filme News
Gay-Movies.de

Der Liebhaber

Der Liebhaber
Buch · Roman
1984 · 100 Seiten

Obwohl die zentrale Beziehung heterosexuell ist, erlangt 'Der Liebhaber' LGBT-Relevanz durch die explizite, tabulose Darstellung weiblicher Sexualität und Begehren jenseits gesellschaftlicher Normen. Der fragmentarische Stil und die Auseinandersetzung mit Macht und Identität sprechen queere Perspektiven an.

AutobiografieKolonialismusErste LiebeIndochinaErotikSaigonMarguerite DurasPrix Goncourt

Der Liebhaber von Marguerite Duras ist eine autobiografisch geprägte Erzählung, die das Erwachen einer fünfzehnjährigen Französin in der Kolonialzeit Indochinas, dem heutigen Vietnam, schildert. Auf einer Fähre über den Mekong trifft das Mädchen auf einen zwölf Jahre älteren, wohlhabenden chinesischen Mann, der sie in eine leidenschaftliche, verbotene Liebesbeziehung verwickelt. In einem abgedunkelten Zimmer über dem pulsierenden Straßenleben Saigons entfaltet sich ihre Affäre, geprägt von sexueller Hingabe, sozialer Tabuverletzung und der Machtdynamik zwischen Armut und Reichtum. Die Geschichte springt fragmentarisch zwischen Vergangenheit und Gegenwart, reflektiert das familiäre Elend der Protagonistin – eine verwitwete Mutter und ein brutaler Bruder – und das Zerbrechen der kolonialen Welt.

Obwohl heterosexuell, gewinnt das Buch LGBT-Relevanz durch seine nuancierte Darstellung von Begehren, Geschlechterrollen und sexueller Befreiung. Duras' radikaler Stil bricht mit konventionellen Normen der Erotik und Autobiografie, was queere Leser*innen anspricht. Als Prix-Goncourt-Preisträger von 1984 wurde es ein internationaler Bestseller und später verfilmt, unterstreicht seine kulturelle Bedeutung als Meisterwerk der modernen Literatur.

Fakten
Genre Roman
Erscheinungsjahr 1984
Seiten 100
ISBN 9783426055762

Mehr aus Roman