- Autor
- Robert Musil, geb. 1880
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1930
- Seiten
- 2574
- ISBN
- 9782020060738
Der Roman 'Der Mann ohne Eigenschaften' von Robert Musil, erschienen ab 1930, spielt in Wien kurz vor dem Ersten Weltkrieg und kreist um Ulrich, einen hochintelligenten Mathematiker und Intellektuellen, der sich ein Jahr 'Urlaub vom Leben' gönnt, um seinen Platz in der Welt zu finden. Als Sekretär der absurden 'Parallelaktion' – einer patriotischen Initiative zur Feier des 70. Thronjubiläums – beobachtet er satirisch die dekadente Gesellschaft der Donaumonarchie, verkörpert durch Figuren wie die Salondame Diotima. Nebenhandlungen wie der Prozess gegen den Prostituiertenmörder Moosbrugger beleuchten die Abgründe der Moderne.
Ein zentraler LGBT-Bezug ergibt sich aus der inzestuösen Geschwisterliebe zwischen Ulrich und seiner Schwester Agathe, die eine spirituelle und erotisch aufgeladene Verbindung eingehen, die traditionelle Normen transzendiert. Zudem thematisiert der Roman queere Elemente durch die dysfunktionale Ehe von Clarisse und Walter, in der sexuelle Frustration und psychische Instabilität eine Rolle spielen. Musils Werk gilt als Meisteranalyse der modernen Zerrissenheit, voller ironischer Essays und philosophischer Tiefe, und zählt zu den bedeutendsten Romanen des 20. Jahrhunderts.
Queerer Bezug: Der Roman thematisiert queere Beziehungen durch die inzestuöse, spirituell-erotische Geschwisterliebe zwischen Ulrich und Agathe sowie sexuelle Dysfunktionen in der Ehe von Clarisse und Walter. Diese Motive erkunden Grenzen von Normen und Identität in der Moderne.