- Autor
- Hermann Hesse, geb. 1877
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1927
- Seiten
- 237
- ISBN
- 9788804460350
„Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse, erstmals 1927 veröffentlicht, schildert die innere Zerrissenheit des Protagonisten Harry Haller, eines intellektuellen Außenseiters, der sich selbst als halber Mensch und halber Wolf begreift. Durch ein Vorwort eines anonymen Erzählers und Hallers Tagebuchaufzeichnungen erfährt der Leser von seiner existenziellen Krise: Nach Verlusten in Beruf, Familie und Heimat sucht er in Isolation und Selbstzweifeln Erlösung. Begegnungen mit der undrogynen Hermine, die ihn in die Welt der Jazzlokale, Drogen und sinnlicher Freuden einführt, sowie mit Figuren wie Pablo und Maria zwingen ihn zur Auseinandersetzung mit seiner Dualität. Im magischen Theater erlebt Haller Persönlichkeitsverwandlungen und erkennt die Vielschichtigkeit der Seele.
Der LGBT-Bezug ergibt sich vor allem aus der Figur Hermine, einem weiblichen Alter Ego Hallers, das geschlechtlich fließend wirkt und zu ‚Hermann‘ wechselt – ein Symbol für queere Identitätsfluidität und Geschlechterüberschreitung. Dies spiegelt Hesses Exploration von Tabus und der Überwindung binärer Grenzen wider. Das Werk bleibt eine zeitlose Reflexion über Individualität, Gesellschaftskritik und die Suche nach Ganzheit in einer entfremdeten Moderne.
Queerer Bezug: Die Figur Hermine verkörpert ein fließendes Geschlecht als weibliches Alter Ego, das zu 'Hermann' wechselt und queere Themen wie Identitätsfluidität und Geschlechterüberschreitung andeutet. Dies unterstreicht Hesses Auseinandersetzung mit nicht-binären Seelenzuständen.