Das Buch thematisiert offen homosexuelle Beziehungen und Sexualität als Form des Widerstands gegen die kubanische Diktatur. Arenas verarbeitet seine eigenen Erfahrungen als schwuler Autor unter Repression.
„Die Farbe des Sommers“ von Reinaldo Arenas ist eine groteske, satirische Romanze, die in einem fiktiven Kuba des Jahres 1999 spielt. Im Zentrum steht ein gigantischer Karneval zum 50-jährigen Jubiläum der Revolution, organisiert vom Diktator Fifo – eine karikierte Figur für Fidel Castro. Die Feierlichkeiten eskalieren in orgiastischem Prunk: Berühmtheiten aus der kubanischen Literaturgeschichte werden wiederbelebt, ein unterirdischer Palast beherbergt perverse Feste mit Zwergen und dressierten Haien. Die Handlung kulminiert in einem chaotischen Aufstand, bei dem die Kubaner ihre Insel vom Meeresgrund lösen, Fifo stürzen, doch letztlich im Streit versinken und die Insel untergeht.
Der **LGBT-Bezug** ist zentral: Arenas, selbst homosexuell und Opfer der kubanischen Repression, schildert explizit schwule Sexualakte, wie die zwischen dem Autor Virgilio Piñera und einem schwarzen Koch. Sexuelle Enthaltsamkeit durch AIDS oder Zensur wird als Katastrophe dargestellt, die zu Verzweiflung führt. Das Buch feiert die **freie Sexualität** als Akt des Widerstands gegen die diktatorische Unterdrückung und wird zu einer leidenschaftlichen Hymne auf den Triumph des menschlichen Geistes.
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