Die Unzertrennlichen

Genre
Roman
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
167
ISBN
978-3-499-00549-7
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Die Unzertrennlichen

„Die Unzertrennlichen“ ist ein autofiktionaler Roman von Simone de Beauvoir, der postum 2020 veröffentlicht wurde und ihre intensive Jugendfreundschaft zu Élisabeth Lacoin (im Roman Andrée Gallard) thematisiert. Die Ich-Erzählerin Sylvie, Beauvoirs Alter Ego, trifft als Kind auf die selbstbewusste Andrée aus einem streng katholischen, bürgerlichen Elternhaus. Die beiden werden unzertrennlich, teilen erste Liebeserlebnisse, intellektuelle Entdeckungen und rebellieren gegen die erdrückenden gesellschaftlichen Normen, die freie Gedanken und körperliche Nähe vor der Ehe verbieten.

Der Roman schildert tragisch, wie Andrée unter dem Druck ihrer Familie und religiösen Gewissenskonflikten zerbricht und früh stirbt, während Sylvie den Weg der Emanzipation einschlägt. Der LGBT-Bezug liegt in der leidenschaftlichen, ambiguen Intimität der Freundschaft, die über herkömmliche Grenzen hinausgeht und als queere Vorläuferin interpretiert wird – eine tiefe emotionale und möglicherweise erotische Bindung in einer repressiven Zeit. Das Werk ist eine Anklage gegen konformistischen Zwang und begründet Beauvoirs feministisches Denken.

Queerer Bezug: Der Roman beleuchtet eine intensive, ambivalente Mädchenfreundschaft mit queerem Unterton, die in der repressiven Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts als leidenschaftliche, überkonventionelle Bindung dargestellt wird. Sie gilt als früher Hinweis auf Beauvoirs eigene bisexuelle Orientierung und thematisiert queere Emotionen vor dem Hintergrund patriarchaler Normen.