Freud analysiert Homosexualität als natürliche Variation des Sexualtriebs und unterscheidet Typen wie Subjekthomoerotik, was Vorurteile abbaut und die Debatte um angeborene Orientierungen vorantreibt. Es markiert einen Meilenstein in der Entpathologisierung von LGBT-Identitäten.
In Sigmund Freuds Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie aus dem Jahr 1905 legt der Begründer der Psychoanalyse eine bahnbrechende Theorie der menschlichen Sexualität dar. Das Werk gliedert sich in drei Aufsätze: Der erste behandelt sexuelle Abirrungen wie Inversionen und Perversionen, der zweite die infantile Sexualität mit ihren Partialtrieben und erogenen Zonen, der dritte schließlich die Umgestaltung in der Pubertät zur genitalen Organisation. Freud erweitert den Sexualitätsbegriff radikal, trennt Sexualobjekt und Sexualziel und betont die Kontinuität zwischen normaler und abweichender Sexualität.
Der LGBT-Bezug ergibt sich aus Freuds differenzierter Auseinandersetzung mit Homosexualität, die er als Variation des Sexualtriebs ansieht, nicht als Krankheit. Er unterscheidet Subjekthomoerotik und Objekthomoerotik und erkennt angeborene Faktoren an, was für die Zeit revolutionär war. Das Buch revolutionierte das Verständnis von Sexualität, ebnete den Weg für die Psychoanalyse und beeinflusste nachhaltig die Sexualwissenschaft sowie das Bild vom Menschen im 20. Jahrhundert.
Mehr aus Sachbuch
Rekonstruiert das Leben einer möglicherweise queeren Person innerhalb der spanischen faschistischen Falange-Bewegung.
Protagonist Austin Hardy ist der erste offen schwule Profi bei einem Grand-Slam-Tennisturnier; der Roman handelt bewusst...
Jährliches Fachjahrbuch zu Sexualität mit durchgehend queeren Schwerpunktthemen
Widmet sich Collage als queerer Kunstform mit LGBTQ-Bildmaterial