- Autor
- Truman Capote, geb. 1924
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1958
- Seiten
- 96
Truman Capotes Kurzroman 'Frühstück bei Tiffany', erschienen 1958, erzählt die faszinierende Geschichte der exzentrischen Holly Golightly, einer 19-jährigen Partygängerin in New York der 1940er Jahre. Aus der Perspektive ihres anonymen Nachbarn, eines angehenden Schriftstellers, der sie zutiefst bewundert, wird ihr unkonventionelles Leben geschildert. Holly, mittellos und mit traumwandlerischer Leichtigkeit, navigiert durch die Upper East Side, umgarnt reiche Verehrer, besucht den Mafioso Sally Tomato im Gefängnis und sucht Trost vor dem 'roten Grausen' – ihrer existentiellen Angst – im Schaufenster des Juweliers Tiffany an der Fifth Avenue. Ihre traumatische Vergangenheit als Waise und früh verheiratetes Mädchen aus dem Süden prägt sie, doch sie plant, in Brasilien einen reichen Mann zu ehelichen, bis der Tod ihres Bruders alles zerstört.
Der LGBT-Bezug ergibt sich vor allem aus Capotes eigener Homosexualität, die seine Schilderung von Holly als freigeistiger, geschlechterfließender Ikone beeinflusst. Der Erzähler, ein schwuler Nachbar, hegt eine platonische, tiefe Zuneigung zu ihr, was queere Freundschaft und Identitätssuche thematisiert. Das Werk gilt als Meilenstein der queeren Literatur, symbolisiert Freiheit und Melancholie in einer repressiven Ära und inspirierte den ikonischen Film mit Audrey Hepburn, der die Geschichte romantisch umdeutete.
Queerer Bezug: Truman Capote, selbst homosexuell, schuf mit Holly Golightly eine queere Ikone der Freiheit und Fluidität. Der schwule Erzähler verkörpert platonische Liebe und queere Perspektiven auf Identität in der Nachkriegszeit.