- Autor
- Édouard Louis, geb. 1992
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 2021
- Seiten
- 160
In 'Kämpfe und Metamorphosen einer Frau' erzählt Édouard Louis die bewegende Lebensgeschichte seiner Mutter Monique, die in Armut und Gewalt im ländlichen Nordfrankreich aufwächst. Schon früh bricht sie eine Ausbildung ab, wird mit 17 schwanger, heiratet und bringt Kinder zur Welt, darunter den Autor selbst. Ihr Leben ist geprägt von häuslicher Gewalt, Alkoholismus ihres Mannes und sozialer Ausgrenzung in einem rassistischen, homophoben Milieu.
Der LGBT-Bezug ergibt sich aus Louis' eigener schwuler Identität: Als Kind schämte sich die Mutter für ihren effeminierten Sohn, der von Familie und Umfeld unterdrückt wurde, während der Sohn sich später für ihre prekäre Lage schämte. Doch beide erleben eine Befreiung – Monique verlässt mit Unterstützung ihres Sohnes den gewalttätigen Partner, zieht nach Paris und findet mit einem neuen Mann Glück und Selbstbestimmung. Das Buch reflektiert Klassenunterschiede, Geschlechterrollen und die Parallelen im Kampf um Freiheit: Sie darum, Frau zu sein, er darum, schwul zu sein. Als Soziobiografie kritisiert es patriarchale Strukturen und feiert weibliche Emanzipation.
Queerer Bezug: Das Buch thematisiert die Homophobie im familiären Milieu, in dem der schwule Autor aufwuchs, und die gegenseitige Scham zwischen Mutter und Sohn. Es stellt Parallelen zwischen ihrer Emanzipation als Frau und seiner Befreiung als schwuler Mann dar.