Kaltblütig

Autor
Truman Capote, geb. 1924
Genre
Sachbuch
Erscheinungsjahr
1966
Seiten
495
ISBN
9783777612546
Kaltblütig

"Kaltblütig" von Truman Capote ist ein bahnbrechender Tatsachenroman, der den brutalen Mord an der Farmerfamilie Clutter im November 1959 in der Kleinstadt Holcomb, Kansas, rekonstruiert. Die Familie – Vater Herb, Mutter Bonnie, Sohn Kenyon und Tochter Nancy – wird von den Kleinkriminellen Richard Hickock und Perry Smith aus Habgier ermordet. Capote taucht tief in die Vorgeschichte der Täter ein, beschreibt ihre kaputte Kindheit, psychischen Abgründe und die minutiösen Planungen des Verbrechens, das ohne Beute endet. Begleitet von der Reporterin Harper Lee recherchiert er sechs Jahre lang, gewinnt das Vertrauen der Mörder und zeichnet die Ermittlungen, den Prozess bis zur Hinrichtung 1965 nach.

Das Buch begründet das True-Crime-Genre und revolutioniert die Literatur durch seine journalistische Präzision und literarische Tiefe. Der LGBT-Bezug ergibt sich aus Capotes Homosexualität: Seine enge, fast obsessive Beziehung zu Perry Smith, den er als sensiblen Außenseiter porträtiert, spiegelt Capotes eigene Identität wider. Es beleuchtet Themen wie Ausgrenzung und Emotionalität, die für queere Perspektiven relevant sind, und unterstreicht Capotes Rolle als schwuler Ikone der Literatur.

Queerer Bezug: Truman Capote als homosexueller Autor integriert in 'Kaltblütig' seine eigene Außenseiter-Perspektive, insbesondere in der nuancierten Darstellung von Perry Smith, mit dem er eine intensive emotionale Bindung einging. Das Buch thematisiert subtil Ausgrenzung und Sensibilität, die queere Lebensrealitäten widerspiegeln.