- Autor
- Ottessa Moshfegh, geb. 1981
- Genre
- Drama
- Erscheinungsjahr
- 2018
- Seiten
- 316
- ISBN
- 9783442719457
„Mein Jahr der Ruhe und Entspannung“ von Ottessa Moshfegh erzählt von einer jungen, attraktiven New Yorkerin Anfang der 2000er, die trotz Erbschaft, Elite-Ausbildung und Job in einer Kunstgalerie ihr Leben als hohl und sinnentleert empfindet. Sie beschließt, ein ganzes Jahr im Tiefschlaf zu verbringen, um sich von der oberflächlichen Gesellschaft, Einsamkeit, familiären Verletzungen und toxischen Beziehungen zu lösen. Mit einer Ladung Psychopharmaka von der dubiosen Therapeutin Dr. Tuttle zieht sie sich in ihre Luxuswohnung zurück, reduziert Wachphasen auf das Nötigste und ignoriert die Welt draußen – inklusive ihrer Freundin Reva, die mit Selbstoptimierung und Sex-and-the-City-Idealen kämpft.
Der Roman kritisiert die leere Konsum- und Eitelkeitskultur der Jahrtausendwende, in der Aussehen, Sex und Status alles bestimmen. LGBT-Relevanz ergibt sich aus queeren Untertönen: Die Protagonistin zeigt erotische Faszination für Reva, was ihre Beziehung nuanciert und über bloße Freundschaft hinausgeht. Gleichzeitig ist die abstoßende Ex-Beziehung zu Trevor mit sadistischen Elementen geprägt. Moshfeghs provokanter Stil macht die Antiheldin menschlich und entlarvt gesellschaftliche Zwänge – ein radikaler Kommentar zu Isolation, Selbstfürsorge und dem Druck der Moderne.
Queerer Bezug: Das Buch weist queere Nuancen auf, da die Protagonistin eine intensive, erotisch aufgeladene Beziehung zu ihrer Freundin Reva pflegt, die über Freundschaft hinausgeht. Es themisiert zudem toxische Dynamiken in Beziehungen mit sadistischen Zügen.