Myra Breckinridge

Autor
Gore Vidal, geb. 1925
Genre
Roman
Erscheinungsjahr
1968
Seiten
265

„Myra Breckinridge“ ist ein provokanter Roman von Gore Vidal aus dem Jahr 1968, der die Geschichte von Myron Breckinridge erzählt, der sich einer Geschlechtsumwandlung unterzieht und als glamouröse Frau Myra in Hollywood eintrifft. Dort unterrichtet sie an einer Schauspielschule, verführt junge Männer und strebt die Dominanz über das Kino an, während sie die amerikanische Sexualmoral und Popkultur satirisch zerlegt. Die Handlung ist geprägt von absurden Wendungen, expliziten Sexszenen und Vidals scharfer Kritik an Geschlechterrollen und Konsumgesellschaft.

Der LGBT-Bezug liegt in der Darstellung der ersten trans Frau als Romanheldin: Myra verkörpert die Zerbrechlichkeit traditioneller Geschlechtergrenzen und thematisiert Transition als Akt der Befreiung und Rache. Das Buch war ein Skandalerfolg, der Tabus brach und die queere Sichtbarkeit vorantrieb, auch wenn es kontrovers diskutiert wurde. 1970 wurde es verfilmt, was seine kulturelle Bedeutung unterstrich.

Queerer Bezug: Der Roman stellt mit Myra die erste trans Frau als Protagonistin dar und dekonstruiert Geschlechterstereotypen satirisch. Er war wegweisend für die queere Literatur der 1960er und thematisierte Transition lange vor breiter gesellschaftlicher Akzeptanz.