Narziß und Goldmund

Autor
Hermann Hesse, geb. 1877
Genre
Roman
Erscheinungsjahr
1930
Seiten
284
ISBN
9783518067741
Narziß und Goldmund

"Narziß und Goldmund" von Hermann Hesse, erschienen 1930, erzählt die Geschichte zweier gegensätzlicher junger Männer im mittelalterlichen Kloster Mariabronn. Der asketische Denker Narziß, ein brillanter Novize, und der sinnliche, künstlerische Goldmund schließen eine tiefe Freundschaft. Goldmund, von seinem Vater ins Kloster gebracht, entdeckt durch Narziß' Einfluss seine wahre Natur: Er verlässt das Kloster, zieht wandernd durch die Welt, erlebt leidenschaftliche Liebesabenteuer mit Frauen wie Lise, Lene oder Agnes, ringt mit Tod, Pest und Gewalt und findet Erfüllung in der Kunst des Schnitzens, getrieben von der Vision seiner Mutter.

Der **LGBT-Bezug** liegt in der intensiven, homoerotisch nuancierten Beziehung zwischen Narziß und Goldmund. Ihre Bindung ist von gegenseitiger Bewunderung, geistiger und emotionaler Intimität geprägt; am Ende gesteht Narziß Goldmund seine Liebe, was die Dynamik von Lehrer und Schüler umkehrt. Das Werk thematisiert die Vereinigung von Geist und Sinnlichkeit als schöpferische Einheit und gilt als moderner Mythos von Freundschaft und Identitätssuche mit queerer Resonanz.

Queerer Bezug: Die enge, emotional intensive Freundschaft zwischen Narziß und Goldmund weist homoerotische Züge auf, kulminiert in Narziß' Liebesgeständnis am Sterbebett. Sie symbolisiert die Verschmelzung gegensätzlicher Männlichkeiten und hat queer-interpretierbare Bedeutung.