- Autor
- Jean Genet, geb. 1910
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1943
- Seiten
- 320
"Notre-Dame-des-Fleurs" ist Jean Genets autobiografisch geprägter Roman, der in einer Pariser Haftanstalt entstand. Die Handlung dreht sich um Divine, eine Prostituierte und Dragqueen, die in der Unterwelt von Dieben, Zuhältern und Homosexuellen lebt. Sie verliebt sich hoffnungslos in den jungen Ganoven Darling, dessen tragisches Schicksal den Roman durchzieht. Genet schildert die Welt der Paria aus dem Gefängnis heraus, wo er seine Mitinsassen zu mythischen Figuren verklärt und erotisiert.
Der **LGBT-Bezug** ist zentral: Der Roman feiert queere Identitäten, Homosexualität und Transvestitismus als radikale Formen der Rebellion gegen bürgerliche Normen. Explizite Darstellungen von schwuler Lust, Sadomasochismus und Geschlechterüberschreitung machen das Werk zu einem Meilenstein der schwulen Literatur. Seine Bedeutung liegt in der subversiven Ästhetik – Genet dreht moralische Werte um, verherrlicht das Verbrecherische und Verfemte und entlarvt gesellschaftliche Heuchelei. Als Kultbuch der 1940er beeinflusste es die Beat-Generation und die queere Avantgarde nachhaltig.
Queerer Bezug: Das Buch ist ein queerer Klassiker, der Homosexualität, Transvestitismus und schwule Subkulturen explizit und affirmativ darstellt. Genet feiert das Verfemte als ästhetische und politische Revolte gegen heteronormative Gesellschaftsnormen.