- Autor
- Jeanette Winterson, geb. 1959
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1985
- Seiten
- 272
- ISBN
- 9789755707297
"Orangen sind nicht die einzige Frucht" ist der autobiografisch geprägte Erstlingsroman von Jeanette Winterson, der 1985 erschien. Die Protagonistin Jeanette wächst in den 1960er-Jahren als Adoptivkind bei fanatischen Anhängern der Pfingstbewegung auf. Ihre dominante Stiefmutter sieht in ihr eine "Auserwählte" und Missionarin, die gegen die Heiden kämpfen soll. Streng religiös geprägt, entdeckt die heranwachsende Jeanette jedoch ihre sexuelle Anziehung zu Frauen. Ihre erste lesbische Beziehung zu Melanie, die bei einem gemeinsamen Bibellesen intim wird, führt zu einem Skandal in der Gemeinde.
Die Kirche reagiert mit öffentlicher Anklage, Exorzismusversuchen und Isolation. Jeanette wehrt sich zunächst, gibt aber äußerlich Reue vor, während sie innerlich ihre Liebe verteidigt. Der Roman thematisiert humorvoll und pointiert den Konflikt zwischen rigider Religiosität und individueller sexueller Identität. Mit witzigen Dialogen und absurden Szenen kontrastiert Winterson die Enge der Sekte mit der Freiheit der Selbstfindung. Als lesbisches Coming-of-Age-Werk gewann es den Whitbread First Novel Award und wurde zur BBC-Serie adaptiert, die den Kampf um Akzeptanz eindringlich porträtiert.
Queerer Bezug: Der Roman beleuchtet die Entdeckung und Verteidigung lesbischer Liebe in einem fanatisch religiösen Umfeld und thematisiert den Konflikt zwischen sexueller Identität und dogmatischem Glauben.