Sacred Country

Autor
Rose Tremain, geb. 1943
Genre
Roman
Erscheinungsjahr
1992
Seiten
365

"Sacred Country" von Rose Tremain ist ein bewegender Roman, der die Lebensgeschichte von Mary Ward erzählt, einem Mädchen, das in den 1950er Jahren auf dem englischen Land aufwächst. Nach dem Tod von König George VI. erkennt die sechsjährige Mary, dass sie eigentlich ein Junge ist und fortan als Martin leben möchte. Dieser innere Konflikt treibt sie durch Jahrzehnte, von der repressiven ländlichen Enge der 1950er über das schwungvolle London der 1960er bis hin zum glitzernden Amerika der 1970er Jahre.

Der **LGBT-Bezug** liegt im zentralen Thema der Geschlechtsidentität: Marys Kampf, ihren wahren Kern als Martin zu entfalten, wird sensibel und unsentimental dargestellt. Tremain vergleicht das Werk mit Virginia Woolfs "Orlando" und hinterfragt die Essenz von Geschlecht und menschlicher Existenz. Die Geschichte beleuchtet familiäre Konflikte, gesellschaftliche Zwänge und den Mut zur Selbstfindung, was das Buch zu einem Meilenstein der Transgender-Literatur macht. Es feiert die "heilige innere Heimat" jedes Individuums und regt zur Reflexion über Identität an.

Queerer Bezug: Das Buch thematisiert die Transgender-Identität einer Protagonistin, die als Mary geboren wird, sich aber als Martin erkennt und diesen Weg konsequent geht. Es bietet eine sensible Darstellung von Geschlechtsdysphorie und Selbstakzeptanz.