- Autor
- Oscar Wilde, geb. 1854
- Genre
- Drama
- Erscheinungsjahr
- 1891
- Seiten
- 69
- ISBN
- 9781079022834
Oscar Wildes Salomé ist ein einaktiges Drama aus dem Jahr 1891, das die biblische Geschichte der Prinzessin Salomé in einer opulenten, sinnlich aufgeladenen Atmosphäre neu erzählt. Auf der Terrasse des Palastes von Herodes in Jerusalem entfaltet sich eine Nacht voller Begierde und Tod: Die junge Salomé, Stieftochter des Tetrarchen Herodes und Tochter der Herodias, wird vom Propheten Jochanaan (Johannes dem Täufer) fasziniert, der aus seiner Zisterne moralische Verfluchungen ruft. Begeistert von seinem weißen Leib, schwarzem Haar und rotem Mund, sehnt sie sich danach, ihn zu berühren und zu küssen. Jochanaan weist sie jedoch voller Abscheu zurück und verflucht sie als Tochter Babylons.
Verzweifelt nutzt Salomé die Lüsternheit ihres Stiefvaters: Nach ihrem berüchtigten Tanz der sieben Schleier fordert sie als Preis den Kopf Jochanaans auf einer Silberschüssel. Herodes, an seinen Eid gebunden, lässt den Propheten enthaupten. Triumphierend küsst Salomé den abgeschlagenen Kopf und erfüllt so ihr verbotenes Begehren – bis Herodes sie erschlagen lässt. Das Stück thematisiert obsessive Liebe, Macht und Rache.
Der LGBT-Bezug ergibt sich aus Wildes eigener homosexueller Identität und der homoerotischen Unterströmung: Salomés leidenschaftliche Fixierung auf Jochanaans Körper spiegelt queere Sehnsüchte wider, die in der viktorianischen Ära tabu waren. Als eines der ersten Werke mit expliziter homoerotischer Bildsprache wurde es gesellschaftlich skandalös und trug zu Wildes Verurteilung bei. Es symbolisiert die Kollision von Verlangen und Repression, hochaktuell für queere Lesarten.
Queerer Bezug: Oscar Wildes <i>Salomé</i> ist LGBT-relevant durch die homoerotische Obsession der Protagonistin mit Jochanaans Körper, die Wildes eigene queere Identität widerspiegelt und in der viktorianischen Zeit als skandalös galt. Das Stück thematisiert verbotenes Begehre und Repression, was es zu einem Meilenstein queerer Literatur macht.