„Sing, Unburied, Sing“ weist keinen zentralen LGBT-Charakter oder -Plot auf, gewinnt jedoch Relevanz durch sensible Darstellung emotionaler Verletzlichkeit und fluider Identitäten, die queere Leser*innen ansprechen. Die Themen von Marginalisierung und Trauma überschneiden sich mit LGBT-Erfahrungen.
„Sing, Unburied, Sing“ von Jesmyn Ward ist ein eindringlicher Roman, der das harte Leben einer afroamerikanischen Familie in Mississippi beleuchtet. Der 13-jährige Jojo lebt mit seiner kleinen Schwester Kayla bei den Großeltern Mam und Pop, während ihre drogenabhängige Mutter Leonie abwesend ist. Als der weiße Vater Michael aus dem Gefängnis Parchman entlassen wird, unternimmt Leonie mit den Kindern und ihrer Freundin Misty eine gefährliche Fahrt, um ihn abzuholen. Auf dieser Reise begegnen sie Geistern: Leonie sieht ihren verstorbenen Bruder, und Jojo den Geist Richie, einem Jungen aus Pops Vergangenheit, der von Rassismus und Gewalt gezeichnet ist.
Der Roman thematisiert tiefgreifend Rassismus, Armut, Sucht und familiäre Zerreißproben in der amerikanischen Südstaaten-Gesellschaft. Obwohl kein expliziter LGBT-Bezug im Zentrum steht, wird queere Sensibilität durch die nuancierte Darstellung von Emotionen, Verletzlichkeit und nicht-binären Identitäten in den Figuren angedeutet, was das Werk für LGBT-Leser relevant macht. Wards poetische Sprache und magisch-realistische Elemente machen es zu einem National Book Award-Gewinner, der die Stimmen der Marginalisierten singen lässt.
Mehr aus Roman
Die queere Identität der Protagonistin ist Teil ihres Ringens um einen Platz in einem privilegierten, ihr fremden Umfeld...
Ich-Erzähler und schwuler Escort in Toulouse während der Corona-Pandemie, dessen Alltag von Grindr-Dates und der Suche n...
Lesbischer Liebesroman um Kirsten, die Jahrzehnte nach einem gemeinsamen Italien-Sommer wieder mit ihren verdrängten Gef...
Protagonist Austin Hardy ist der erste offen schwule Profi bei einem Grand-Slam-Tennisturnier; der Roman handelt bewusst...