Sodom und Gomorrha

Autor
Marcel Proust, geb. 1871
Genre
Roman
Erscheinungsjahr
1921
Seiten
752
ISBN
9783709202746
Sodom und Gomorrha

Sodom und Gomorrha ist der vierte Band von Marcel Prousts monumentalem Romanzyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Der Ich-Erzähler Marcel entdeckt in einer ikonischen Eröffnungsszene die homoerotische Begegnung zwischen dem Baron de Charlus und Jupien, die Proust meisterhaft mit der Bestäubung einer Orchidee durch eine Hummel verknüpft. Diese Metaphern enthüllen die verborgene Welt der Homosexualität, die wie die biblischen Städte Sodom und Gomorrha die feine Pariser Gesellschaft unterwandert.

Im weiteren Verlauf besucht Marcel Salons und verbringt den zweiten Sommer in Balbec, wo er Albertine kennenlernt und ihre möglichen lesbischen Neigungen misstrauisch beobachtet. Proust thematisiert Eifersucht, gesellschaftliche Heuchelei und die Natur der sexuellen Orientierung. Der Band markiert einen Wendepunkt, da Homosexualität – männlich als 'Sodom', weiblich als 'Gomorrha' – zentrales Motiv wird. Er beleuchtet die Ängste und Begierden der Figuren tiefgründig und trägt maßgeblich zur literarischen Auseinandersetzung mit queeren Identitäten bei, was das Werk zu einem Meilenstein der modernen Literatur macht.

Queerer Bezug: Der Band thematisiert explizit Homosexualität als zentrales Motiv, mit der berühmten Szene zwischen Charlus und Jupien sowie Andeutungen lesbischer Neigungen bei Albertine. Proust nutzt biblische Metaphern von Sodom und Gomorrha, um männliche und weibliche Homosexualität in der Oberschicht zu entschlüsseln.