- Autor
- Toni Morrison, geb. 1931
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1973
- Seiten
- 240
„Sula“ von Toni Morrison ist ein berührender Roman über die intensive Freundschaft zweier afroamerikanischer Frauen in der Kleinstadt Bottom in Ohio. Die fügsame Nel und die rebellische Sula wachsen in ärmlichen Verhältnissen eng verbunden auf, teilen Sehnsüchte, Geheimnisse und ein dunkles Trauma aus der Kindheit. Während Nel den traditionellen Weg einer Familie einschlägt, verlässt Sula die Enge des Ortes, um in der Großstadt Freiheit zu suchen, und kehrt nach zehn Jahren verändert zurück. Ihre Beziehung wandelt sich von unzertrennlicher Liebe zu Verrat und Konflikt, geprägt von gesellschaftlichen Normen und persönlichen Rebellionen.
Der **LGBT-Bezug** liegt in der tiefen, fast symbiotischen Bindung zwischen Nel und Sula, die von manchen Interpreten als homoerotisch gelesen wird – eine intensive emotionale und körperliche Nähe, die konventionelle Geschlechterrollen und sexuelle Normen herausfordert. Morrison erforscht Themen wie weibliche Sexualität, matriarchale Strukturen und die Ambivalenz von Liebe in einer schwarzen Gemeinde. „Sula“ gilt als Meilenstein der afroamerikanischen Literatur, der Vorurteile aufbricht und die Komplexität weiblicher Beziehungen beleuchtet, voller Tragik, Humor und poetischer Tiefe.
Queerer Bezug: Die enge, symbiotisch-intime Freundschaft zwischen Sula und Nel wird oft als homoerotisch interpretiert und stellt traditionelle Normen weiblicher Beziehungen infrage. Morrison thematisiert damit queere Elemente in der afroamerikanischen Weiblichkeit.