Das Buch thematisiert offen Homosexualität als zentrales Element von Genets Leben, inklusive Beziehungen zu Liebhabern wie Stilitano, und verherrlicht sie ästhetisch neben Verrat und Diebstahl.
"Tagebuch eines Diebes" ist Jean Genets autobiografisch geprägter Roman, in dem er seine Jugend als Vagabund, Dieb und Ausgestoßener schildert. Genet beschreibt seinen Weg von Erziehungsanstalten über das Militär, wo er desertiert, bis hin zu einem Leben am Rande der Gesellschaft in Slums von Barcelona und anderen europäischen Städten. Diebstahl, Prostitution und Mord durchziehen seinen Alltag, den er in einem amoralischen, fast ästhetisierenden Gestus verherrlicht.
Der **LGBT-Bezug** ist zentral: Genet thematisiert offen seine homosexuellen Erfahrungen, darunter wechselnde Liebhaber und seine große Liebe zu Stilitano, einem serbischen Einarmigen. Homosexualität wird neben Verrat und Verbrechen als existenzielle Haltung gefeiert, die Genet zu einer poetischen Umdeutung des Elends führt. Das Buch, 1949 veröffentlicht, gilt als Schlüsselwerk, das Genets Absichten der romantischen Ästhetik des Verbrechens offenbart und seine Selbstbefreiung einleitet.
Mehr aus Memoiren
Autor spricht offen über sein Coming-out und seine queere Identität
Zweiter Teil einer autobiografischen Romanduologie über Coming-out, Politisierung und ein Leben zwischen mehreren Kontin...
Die nichtbinäre, transmaskuline Autorin verwebt in den Essays ihre eigene queere/transmaskuline Identität und Erfahrung...
Wahre Geschichte eines lesbischen Paares im ländlichen Vermont des frühen 19. Jahrhunderts.