- Autor
- Sarah Schulman, geb. 1958
- Genre
- Memoiren
- Erscheinungsjahr
- 2012
- Seiten
- 174
- ISBN
- 9780520952331
In 'The Gentrification of the Mind: Witness to a Lost Imagination' verbindet die lesbische Aktivistin und Autorin Sarah Schulman die physische Gentrifizierung New Yorks mit einer geistigen Verarmung. Sie beschreibt, wie die AIDS-Krise in den 1980er Jahren den East Village verwüstete: Über 80.000 Menschen starben in New York unter entsetzlicher Ignoranz, darunter unzählige queere Künstler und Aktivisten. Ihre Todesfälle führten zu einer mechanischen Vertreibung – rentengeregelte Wohnungen wurden marktgerecht umgewandelt, und privilegierte Neuankömmlinge ersetzten die radikalen Subkulturen.
Schulman kritisiert, wie diese Gentrifizierung nicht nur Räume, sondern auch Köpfe kolonisiert: Komfort und Konsum ersetzen Imagination und Unbehagen. Die queere Bewegung, einst revolutionär durch ACT UP, degenerierte zu Assimilation und bürgerlichen Rechten. Das Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer gegen das Vergessen der AIDS-Opfer und für eine 'Degentrification' des Geistes, die Vielfalt und Risikobereitschaft wiederbelebt. Als Memoiren mit hoher LGBT-Relevanz beleuchtet es die Zerstörung queerer Urbanität und mahnt zur Wiederaneignung verlorener Ideen.
Queerer Bezug: Das Buch thematisiert die verheerende AIDS-Epidemie in queeren Communities und die damit einhergehende Zerstörung radikaler schwuler und lesbischer Subkulturen durch Gentrifizierung. Sarah Schulman als lesbische Aktivistin kritisiert die Assimilation der LGBT-Bewegung und plädiert für eine Wiederbelebung queerer Imagination.