Das Buch thematisiert queere Intimität durch die inzestuöse Beziehung der adulten Zwillinge Estha und Rahel, die gesellschaftliche Tabus überschreitet. Ergänzt wird dies durch die verbotene interkaste Liebe von Ammu und Velutha als Symbol für transgressive Affekte.
„Der Gott der kleinen Dinge“ von Arundhati Roy ist ein poetischer Roman, der in den 1960er Jahren im indischen Kerala spielt und die Geschichte der syrisch-christlichen Familie Ipe erzählt. Im Zentrum stehen die siebenjährigen Zwillinge Estha und Rahel, ihre Mutter Ammu sowie tragische Ereignisse wie den Tod ihrer britischen Cousine Sophie Mol und eine verbotene Liebesbeziehung. Ammu, eine geschiedene Frau, verliebt sich leidenschaftlich in Velutha, einen Dalit-Zimmermann aus der Kaste der Unberührbaren. Diese Liaison verstößt gegen die strengen gesellschaftlichen Normen von Kastensystem, Religion und Kolonialerbschaft, was zu Gewalt, Vertreibung und Tod führt.
Der Roman thematisiert subtil queere Elemente durch die inzestuöse Intimität zwischen den adulten Zwillingen Estha und Rahel, die in einer Nacht der Trauer und Vereinigung kulminiert. Roys nichtlineare Erzählweise webt aus kleinen, alltäglichen Momenten eine Kritik an Unterdrückung und Tabus. Mit dem Booker Prize 1997 ausgezeichnet, gilt das Buch als Meisterwerk, das die Zerbrechlichkeit von Liebe und Identität beleuchtet und gesellschaftliche Grenzen transzendiert.
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