- Autor
- Édouard Louis, geb. 1992
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 2018
- Seiten
- 80
- ISBN
- 9783596704200
In 'Wer hat meinen Vater umgebracht' wendet sich der französische Autor Édouard Louis in einem intensiven Brief an seinen schwer kranken Vater, der nach einem Arbeitsunfall gelähmt und gebrochen ist. Er rekonstruiert die Kindheitserinnerungen an einen liebevollen, aber gewalttätigen Mann aus ärmlichen Verhältnissen, der Maskulinität fetischisierte und homophob gegenüber seinem schwulen Sohn war. Die Handlung mündet in eine Anklage gegen das politische System, das die Arbeiterschaft im Stich lässt und den Vater zum Opfer macht.
Der **LGBT-Bezug** liegt in Louis' offener Auseinandersetzung mit der familiären Homophobie, der körperlichen und verbalen Gewalt sowie dem Konflikt zwischen Nähe und Abscheu zu seinem Vater. Das Buch verbindet persönliche Schuldgefühle mit gesellschaftskritischem Plädoyer und wird zu einer eindringlichen Liebeserklärung an ein Opfer des Systems. Es thematisiert die Zerbrechlichkeit sozialer Strukturen und die Versöhnung jenseits von Vorurteilen.
Queerer Bezug: Das Buch thematisiert die Homophobie und das Unverständnis des Vaters für das schwule Leben seines Sohnes Édouard Louis, verbunden mit familiärer Gewalt und Diskriminierung. Es reflektiert den Konflikt zwischen persönlicher Identität und traditioneller Männlichkeit.