- Autor
- Douglas Stuart, geb. 1976
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 2022
- Seiten
- 416
- ISBN
- 9781529068771
„Young Mungo“ von Douglas Stuart ist ein eindringlicher Roman, der in den Arbeitervierteln Glasgows der 1990er Jahre spielt. Der junge Protagonist Mungo wächst in einer hypermaskulinen Welt voller Gewalt und Armut auf. Zu hübsch und zu sanft für diese Umgebung, wird er von seinem brutalen Bruder Hamish, einem gefürchteten Bandenführer, in die harten Kämpfe zwischen Protestanten und Katholiken hineingezogen. Seine alkoholkranke Mutter Maureen und die enge Schwester Jodie prägen sein chaotisches Familienleben inmitten von Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit.
Die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung, als Mungo den katholischen Jungen James trifft. Zwischen den beiden entsteht eine verbotene Liebe, die Mungo erstmals erlaubt, er selbst zu sein. Doch in dieser homophoben Gesellschaft ist ihre Beziehung lebensgefährlich: Scham, Geheimhaltung und Gewaltbedrohung lasten schwer auf ihnen. Stuart schildert meisterhaft die innere Zerrissenheit Mungos zwischen Glück und Gefahr. Als autobiografisch inspiriertes Werk nach „Shuggie Bain“ beleuchtet der Roman die LGBT-Relevanz einer schwulen Coming-of-Age-Geschichte in einer feindlichen Umwelt und wird als Meilenstein des Sozialrealismus gefeiert.
Queerer Bezug: „Young Mungo“ thematisiert die verbotene schwule Liebe zweier Jugendlicher in der homophoben, gewaltgeprägten Welt der Glasgower Unterschicht der 1990er Jahre. Der Roman beleuchtet die innere Zerrissenheit, Scham und Lebensgefahr, die mit dieser Orientierung einhergeht, und gilt als wichtiger Beitrag zur LGBT-Literatur.