- Nationalität
- Französisch
- Geboren
- 11.12.1930
Jean-Louis Trintignant, geboren am 11. Dezember 1930 in Piolenc im Südwesten Frankreichs, war einer der bedeutendsten französischen Schauspieler seiner Generation. Nach einem Jura-Studium und anfänglichem Interesse am Rennsport absolvierte er Schauspielunterricht bei Charles Dullin und Tania Balachowa. Sein Filmdebüt gab er 1955 in dem Kurzfilm 'Pechiney', gefolgt von Rollen in 'TKX antwortet nicht' und neben Jean Gabin in 'Das Gesetz der Straße'. Der internationale Durchbruch gelang 1966 mit Claude Lelouchs 'Ein Mann und eine Frau', für das er als Witwer Jean-Louis Duroc neben Anouk Aimée glänzte.
In über 140 Filmen verkörperte Trintignant zurückhaltende, ironische Charaktere in Polit-Thrillern und Gesellschaftsdramen. Erhöhungen erhielt er 1968 in Berlin für 'Der Lügner' und 1969 in Cannes für den Untersuchungsrichter in Costa-Gavras' 'Z'. Bekannte Rollen umfassen 'Der große Irrtum' von Bernardo Bertolucci, 'Drei Farben: Rot' von Krzysztof Kieślowski und 'Amour' von Michael Haneke, für die er 2012 in Cannes ausgezeichnet wurde. Als Regisseur versuchte er sich mit 'Das wilde Schaf' und 'Der Schwimmeister', ohne großen Erfolg. Ein direkter LGBT-Bezug fehlt in seiner Karriere, doch seine nuancierten Darstellungen sensibler Männlichkeit beeinflussten queere Lesarten. Trintignant starb am 17. Juni 2022 in Collias.