- Nationalität
- Deutsch
- Geboren
- 10.08.1878
Alfred Döblin, geboren 1878 in Stettin, war ein deutscher Arzt und Schriftsteller, der als einer der führenden Vertreter des literarischen Expressionismus gilt. Nach dem Medizinstudium in Berlin und Freiburg praktizierte er als Nervenarzt und wurde durch seine Begegnung mit Herwarth Walden in die Berliner Avantgardeszene eingeführt. Frühe Erfolge feierte er mit Werken wie dem Erzählband „Die Ermordung einer Butterblume“ (1912), den Romanen „Die drei Sprünge des Wang-Lun“ (1915), „Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine“ (1918) und „Wallenstein“ (1920).
Sein Durchbruch gelang 1929 mit dem Roman „Berlin Alexanderplatz“, der das Leben des Proletariers Franz Biberkopf in der Metropole eindringlich schildert und als Meilenstein der Moderne gilt. Als engagierter Demokrat unterstützte er die Weimarer Republik. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft floh er 1933 nach Paris, wurde 1936 französischer Staatsbürger und emigrierte 1940 weiter in die USA. Im Exil entstanden die Amazonas-Trilogie und andere Werke. 1945 kehrte er nach Deutschland zurück, zog sich jedoch 1953 enttäuscht nach Paris zurück. Ein direkter LGBT-Bezug in seinem Leben oder Werk ist nicht bekannt; sein Schaffen fokussierte auf soziale, psychologische und expressionistische Themen. Döblin starb 1957 in Emmendingen.