Charles Maturin

Nationalität
Irisch
Geboren
25.09.1780

Charles Robert Maturin, geboren am 25. September 1780 in Dublin, war ein irischer anglikanischer Geistlicher und bedeutender Vertreter der Schauerliteratur. Er studierte Theologie am Trinity College Dublin und wurde 1803 als Hilfsgeistlicher ordiniert, zunächst in Loughrea, später in Dublin an St. Peter’s Church. Maturin heiratete 1804 die Sängerin Henrietta Kingsbury und führte ein bescheidenes Leben, geplagt von finanziellen Sorgen.

Seine literarische Karriere begann 1807 unter dem Pseudonym Dennis Jasper Murphy mit dem Roman The Family of Montorio, der jedoch wenig Erfolg hatte. Beeinflusst von Ann Radcliffe und Matthew Gregory Lewis schrieb er mysteriöse Schauerromane und -dramen. Sein Durchbruch gelang mit dem Drama Bertram (1816), das Walter Scott lobte. Der Höhepunkt seiner Schaffen ist der 1820 erschienene Roman Melmoth der Wanderer, ein Meisterwerk der Gothic-Tradition, das Motive wie Teufelspakte und seelische Konflikte aufgreift und spätere Autoren wie Oscar Wilde inspirierte – Wilde nannte sich im Exil sogar Melmoth.

Ein direkter LGBT-Bezug liegt nicht vor, doch die intensive Auseinandersetzung mit verborgenen Leidenschaften und Identitätskonflikten in seinen Werken findet in der queeren Literatur Resonanz. Maturin starb am 30. Oktober 1824 in Dublin.

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