- Nationalität
- Polnisch
- Geboren
- 20.05.1935
Hanna Krall, geboren 1935 in Warschau in eine jüdische Familie, überlebte als Kind den Holocaust im Versteck vor dem Warschauer Ghetto. Nach dem Krieg studierte sie Journalistik an der Universität Warschau und begann 1955 ihre Karriere bei der Tageszeitung Życie Warszawy. 1966 wechselte sie zur Wochenzeitschrift Polityka, für die sie als Korrespondentin in der Sowjetunion tätig war. Später arbeitete sie für die Solidarność-Zeitung Gazeta Wyborcza.
Als Meisterin der literarischen Reportage wurde sie weltbekannt. Ihr Durchbruch gelang 1977 mit dem Buch 'Zdążyć przed Panem Bogiem' ('Dem Herrgott zuvorkommen'), einem Gespräch mit Marek Edelman, dem Überlebenden des Warschauer Ghetto-Aufstands. Weitere bekannte Werke sind 'Die Untermieterin', ein Meilenstein der Schoa-Thematisierung, sowie 'Herzkönig' und 'Rosa Straußenfedern'. Ihre nüchternen, lakonischen Texte thematisieren vor allem jüdische Schicksale, Holocaust-Überlebende und die Nachkriegszeit in Polen. Krall erhielt zahlreiche Preise, darunter den Leipziger Buchpreis und den Würth-Preis. Ein direkter LGBT-Bezug liegt in ihren Werken nicht vor; ihr Fokus gilt der Chronik des Holocaust und polnisch-jüdischer Geschichte.