- Autor
- Hanna Krall, geb. 1935
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 2001
- Seiten
- 224
- ISBN
- 9783627002251
Die Halbwertszeit der Liebe von Hanna Krall ist ein bewegendes Dokumentarroman, das die Geschichte der polnischen Jüdin Izolda Diamand erzählt. Basierend auf wahren Begebenheiten beschreibt das Buch das Leben einer Frau, die während des Holocausts überlebt und in der Nachkriegszeit mit den Schatten ihrer Vergangenheit ringt. Die Erzählung verbindet intime persönliche Erinnerungen mit historischen Ereignissen, darunter die Liebe zu einem nicht-jüdischen Mann, der ihr half, sich als Katholikin auszugeben.
Der **LGBT-Bezug** ergibt sich aus der Beziehung von Izoldas Sohn Marek zur transsexuellen Frau Małgorzata, die in den 1990er Jahren in Polen lebte. Diese facettenreiche Partnerschaft thematisiert gesellschaftliche Vorurteile, Identitätssuche und die Zerbrechlichkeit von Liebe in einer feindlichen Umwelt. Krall beleuchtet sensibel, wie queere Existenzen in der postsowjetischen Realität marginalisiert werden. Das Werk gewann 2001 den Nike-Literaturpreis und gilt als Meisterwerk der polnischen Gegenwartsprosa, das Geschichte, Gedächtnis und menschliche Resilienz verknüpft.
Queerer Bezug: Das Buch thematisiert die Beziehung eines Sohns der Protagonistin zu einer transsexuellen Frau und beleuchtet queere Identitäten sowie gesellschaftliche Diskriminierung in Polen. Es zeigt einfühlsam die Herausforderungen von LGBT-Beziehungen im Kontext historischer Traumata.