- Autor
- Kazuo Ishiguro, geb. 1954
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 2005
- Seiten
- 352
- ISBN
- 9783442736102
In Kazuo Ishiguros Roman 'Alles, was wir geben mussten' erzählt die Ich-Erzählerin Kathy H. rückblickend von ihrer Jugend in der Internatsschule Hailsham in einem alternativen England Ende des 20. Jahrhunderts. Dort wachsen sie, ihre Freundin Ruth und Tommy zusammen auf, ahnungslos von ihrer wahren Bestimmung als Klonmenschen, die als Organspender für die Gesellschaft dienen sollen. Die Handlung entfaltet sich subtil als Coming-of-Age-Geschichte, geprägt von ersten Lieben, Eifersüchten und dem schmerzhaften Erwachen zu ihrem Schicksal, das unausweichlich auf Tod und Spendenoperationen zuläuft.
Der **LGBT-Bezug** ergibt sich aus der nuancierten Darstellung von Beziehungen und Identitäten: Die enge, oft ambivalente Freundschaft zwischen Kathy und Ruth sowie Tommys emotionale Unsicherheit weisen queere Untertöne auf, die traditionelle Geschlechterrollen und Liebe hinterfragen. Ishiguro thematisiert Marginalisierung und Akzeptanz der eigenen Andersartigkeit, was das Buch für LGBT-Leser besonders resonant macht. Es reflektiert gesellschaftliche Ausgrenzung und den Verlust von Zukunftsperspektiven, vergleichbar mit queerer Erfahrung, und wurde für seine sensible Behandlung von Intimität und Verlust gefeiert.
Queerer Bezug: Das Buch thematisiert queere Nuancen in den Beziehungen zwischen Kathy, Ruth und Tommy, die traditionelle Normen überschreiten und Themen wie Marginalisierung sowie emotionale Intimität in nicht-binären Kontexten beleuchten. Die sensible Darstellung von Identität und Verlust macht es besonders relevant für LGBT-Leser.