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Am Beispiel meines Bruders

Am Beispiel meines Bruders
Buch · Roman
von Uwe Timm
2003 · 160 Seiten

Uwe Timm thematisiert seine eigene Homosexualität und die homoerotische Bewunderung für den Bruder als Kind, was die familiäre Dynamik unter NS-Prägung beleuchtet. Dies verleiht dem Werk eine queere Perspektive auf Identität und Verdrängung in der Nachkriegszeit.

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In 'Am Beispiel meines Bruders' von Uwe Timm aus dem Jahr 2003 reflektiert der Autor autobiografisch über seinen 16 Jahre älteren Bruder Karl-Heinz, der sich 1942 freiwillig zur Waffen-SS meldete und 1943 nach einer schweren Verwundung in der Ukraine starb. Timm rekonstruiert anhand von Tagebucheinträgen, Briefen und Familienerinnerungen die Motive seines Bruders, der in der Totenkopf-Division diente und Tötungen als selbstverständlich notierte. Die Erzählung verwebt persönliche Familiengeschichte mit der Auseinandersetzung der Nachkriegsgeneration mit der NS-Vergangenheit, beleuchtet die Verdrängung durch die Eltern und die Frage nach Schuld und Täterschaft.

Der **LGBT-Bezug** ergibt sich aus Timms eigener Homosexualität, die er subtil einfließen lässt: Als Kind sehnte er sich nach der Nähe des idealisierten Bruders, was eine homoerotische Faszination andeutet. Diese persönliche Perspektive verstärkt die Reflexion über familiäre Prägungen unter NS-Bedingungen und macht das Buch relevant für queere Leser*innen, die sich mit Identität, Verbotenem und historischer Verdrängung auseinandersetzen.

Fakten
Genre Roman
Erscheinungsjahr 2003
Seiten 160
ISBN 9783766139764

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