- Autor
- Thomas Brussig, geb. 1964
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1999
- Seiten
- 127
- ISBN
- 9783596148479
Der Roman 'Am kürzeren Ende der Sonnenallee' von Thomas Brussig, erschienen 1999, schildert humorvoll-satirisch das Leben einer Jugendclique in Ost-Berlin Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre. Im Mittelpunkt steht Micha Kuppisch, der mit Freunden wie Mario, Wuschel, Brille und dem Dicken am kürzeren, ostdeutschen Ende der Sonnenallee lebt – direkt an der Berliner Mauer. Sie hören verbotene Westmusik, tragen westliche Klamotten und rebellieren gegen das Regime, während sie mit Alltagsproblemen wie Mangelwirtschaft, Schikane durch den ABV und ersten Liebeskummer ringen. Michas große Liebe gilt Miriam, dem Mädchen, in das sich alle verlieben; ihre Geschichte ist geprägt von Missverständnissen, einem in den Todesstreifen gewehten Liebesbrief und einem versäumten Kuss auf dem Tanzball.
Der LGBT-Bezug ergibt sich vor allem durch Nebenfiguren: Mario, der Rebell mit der Existentialistin Elisabeth, wird in queeren Kontexten als schwul interpretiert, etwa durch seine Parodie der Parteiparole ('Vorhaut der Arbeiterklasse'). Dies unterstreicht die subtile queere Unterströmung im ostdeutschen Alltag. Das Buch fängt die Absurditäten der DDR ein, feiert Jugendsonne trotz Mauer-Schatten und wurde als Vorlage für den gleichnamigen Film, der Ostalgie weckt.
Queerer Bezug: Das Buch enthält subtile LGBT-Elemente, insbesondere durch Mario, dessen rebellische Parolen und Beziehungen in queeren Lesarten als homosexuelle Anspielungen interpretiert werden. Es beleuchtet queere Untertöne im ostdeutschen Jugendalltag ohne explizite Darstellung.