Amor Mundi

Autor
Robert Pfaller, geb. 1962
Genre
Sachbuch
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
224
ISBN
9789024734849
Amor Mundi

"Amor Mundi" von Robert Pfaller ist ein philosophisches Sachbuch, das die Idee der 'Liebe zur Welt' – amor mundi – als Gegenentwurf zu zeitgenössischen Tendenzen der Opferkultur und authentischen Selbstdarstellungen entwickelt. Pfaller argumentiert, dass wahre Weltenliebe nicht aus Protest oder Mitleid entsteht, sondern aus einer aktiven Hingabe an die Vielfalt und Pluralität der Welt, inspiriert von Hannah Arendts Konzept.

Das Buch kritisiert die Dominanz von 'Opfer-Narrativen' in Politik und Kultur, die Freiheit und Befreiung untergraben, und plädiert stattdessen für genussvolle, ironische Praktiken, die das Mondäne und Befreiende bewahren. Im LGBT-Kontext gewinnt es Relevanz durch die implizite Verteidigung subkultureller Freiräume wie queerer Szenen, Fetisch- oder Cruising-Praktiken, die Pfaller als Beispiele für 'schmutzige' oder verborgene Genüsse sieht, die gegen die puritanische Authentizitätsideologie widerstehen. Solche Lebensweisen verkörpern amor mundi, indem sie die Welt bejahen, ohne sie zu moralisieren oder zu pathologisieren.

Die Bedeutung des Werks liegt in seiner materialistischen Philosophie, die kulturelle Phänomene wie Pornografie oder Tischmanieren analysiert, um den politischen Preis der 'guten Gefühle' aufzuzeigen und eine emanzipatorische Weltenliebe zu fördern.

Queerer Bezug: Das Buch ist für die LGBT-Community relevant, da es subkulturelle Praktiken wie Cruising oder Fetisch-Szenen als Beispiele für amor mundi verteidigt, die gegen die herrschende Opfer- und Authentizitätsideologie ankämpfen und queere Freiheit als genussvolle Weltenbejahung feiern.