- Autor
- Thomas Mann, geb. 1875
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1954
- Seiten
- 432
- ISBN
- 9788535930474
"Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" von Thomas Mann ist die fiktive Autobiografie des charismatischen Felix Krull, der durch List, Schönheit und Verführungskunst sozial aufsteigt. Nach dem Bankrott und Suizid seines Vaters verlässt der junge Felix seine Familie und wird Page im Pariser Hotel Saint James. Dort bestiehlt er Gäste, schläft mit der Schriftstellerin Madame Houpflé, die seine Diebeständeleien erotisch erregend findet, und impersoniert später den Marquis de Venosta auf einer Weltreise. Der Roman parodiert den Bildungsroman und feiert Illusion, Betrug und sinnliches Leben.
Der LGBT-Bezug ergibt sich aus Felix' androgyner Schönheit, die Frauen und Männer gleichermaßen fasziniert, sowie homoerotischen Untertönen, etwa in seiner Bewunderung für den Schauspieler Müller-Rosé und zweideutigen Angeboten in Frankfurts Halbwelt, die er ablehnt. Thomas Manns eigene bisexuelle Neigungen spiegeln sich in der queeren Ästhetik wider. Das unvollendete Werk von 1954 gilt als humorvolles Alterslatein, das gesellschaftliche Normen ironisch dekonstruiert und Felix' Amoralität als Triumph der Lebenskunst zelebriert.
Queerer Bezug: Felix Krulls androgyne Schönheit fasziniert Frauen und Männer gleichermaßen, mit homoerotischen Anklängen in Begegnungen der Halbwelt und der Verklärung maskuliner Ästhetik. Thomas Manns bisexuelle Perspektive verleiht dem Roman eine queere Sensibilität.