Der Brunnen der Einsamkeit

Autor
Radclyffe Hall, geb. 1880
Genre
Roman
Erscheinungsjahr
1928
Seiten
540

Der Roman 'Der Brunnen der Einsamkeit' von Radclyffe Hall, erstmals 1928 veröffentlicht, erzählt das bewegende Leben der lesbischen Protagonistin Stephen Gordon. Geboren in einer wohlhabenden englischen Familie, zeigt Stephen früh männliche Züge: Sie trägt Hosen, reitet und fechtet wie ein Mann und empfindet Abscheu vor einer heterosexuellen Ehe. Ihre sexuelle Orientierung führt zu tiefer Isolation und Ablehnung durch die Gesellschaft.

Im Ersten Weltkrieg arbeitet Stephen als Krankenwagenfahrerin und verliebt sich in die jüngere Mary Llewellyn. Nach dem Krieg ziehen sie nach Paris, wo sie in lesbischen Kreisen leben. Doch gesellschaftliche Vorurteile und Stephens Opferbereitschaft zerstören ihre Beziehung: Um Mary ein 'normales' Leben zu ermöglichen, täuscht sie eine Affäre vor. Der Roman endet mit Stephens verzweifelter Bitte an Gott um das Recht auf Existenz für Homosexuelle.

Als Meilenstein der lesbischen Literatur plädiert das Werk leidenschaftlich für die Anerkennung von Homosexualität als natürlichen Zustand. Trotz Verbots in England wegen 'Obszönität' wurde es zur 'lesbischen Bibel' und thematisiert bis heute die zerstörerischen Auswirkungen von Diskriminierung.

Queerer Bezug: Der Roman ist ein Klassiker der lesbischen Literatur und plädiert für das Recht homosexueller Menschen auf eine Existenz als natürlichen, gottgegebenen Zustand. Er wurde zur 'lesbischen Bibel' und zeigt die gesellschaftlichen Auswirkungen von Homophobie.