- Autor
- Petronius, geb. 0014
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 60
Das 'Satyricon' von Titus Petronius Arbiter, entstanden um 60 n. Chr. zur Zeit Neros, ist ein fragmentarisch erhaltener satirischer Roman, der die dekadente römische Gesellschaft mit scharfer Ironie und vulgärem Humor entlarvt. Die Handlung folgt den Abenteuern des Ich-Erzählers Enkolpius, einem fahrenden Schüler, der mit seinem Geliebten, dem schönen Lustknaben Giton, durch Kampanien zieht. Begleitet von Nebenbuhler Askyltos geraten sie in eine Reihe absurder Episoden: vom Gastmahl des reichen Freigelassenen Trimalchio über Schiffbrüche bis hin zu magischen Heilungsversuchen gegen Enkolpius' durch den Gott Priapus verursachte Impotenz. Sexuelle Ausschweifungen, Betrug und soziale Satire prägen das Werk, das alle Sprachschichten vom Hochlatein bis zum Volksjargon nutzt.
Der LGBT-Bezug liegt in der offenen Darstellung homosexueller Beziehungen: Enkolpius' leidenschaftliche Liebe zu Giton, Eifersuchtsszenen und pederastische Dynamiken spiegeln die antike Sexualität wider, ohne Tabus. Als eines der frühesten erhaltenen Prosawerke mit expliziter queeren Erotik gilt es als wegweisend für die Literaturgeschichte und bietet ein authentisches Bild römischer Homoerotik inmitten moralischen Verfalls.
Queerer Bezug: Das Satyricon zeigt explizit homosexuelle Beziehungen, insbesondere die leidenschaftliche Liebe des Protagonisten Enkolpius zu dem Lustknaben Giton sowie Rivalitäten um ihn, was die antike Päderastie und queere Erotik authentisch darstellt.