Klaus Mann porträtiert sich selbst in der homosexuellen, drogensüchtigen Figur Martin Korella, deren Schicksal queere Identitäten im Exil beleuchtet. Der Roman plädiert für Toleranz und Menschlichkeit als Antwort auf faschistische Intoleranz.
„Der Vulkan“ von Klaus Mann, 1939 erschienen, ist ein facettenreicher Roman über das Schicksal deutscher Emigranten nach der NS-Machtergreifung. In einem dichten Geflecht aus Handlungssträngen schildert Mann das Leben von Kommunisten, jüdischen Intellektuellen, Künstlern und Großbürgern in Städten wie Paris, Amsterdam, Prag, der Schweiz und den USA. Die Figuren ringen mit Entwurzelung, Armut, politischen Debatten und der ständigen Bedrohung durch den Nationalsozialismus, der als brodelnder Vulkan metaphorisch dargestellt wird – ein Bild, das Marion von Kammer bei der Beschreibung des Anschlusses Österreichs prägnant evoziert.
Autobiografisch geprägt spiegelt sich Klaus Mann in der homosexuellen, drogensüchtigen Figur Martin Korella wider, der im Morphinismus und an einer Lungenentzündung stirbt. Marion basiert auf Manns Schwester Erika. Der Roman beleuchtet queere Identitäten inmitten von Exilnot und thematisiert Toleranz sowie Menschlichkeit als Gegenentwurf zum Faschismus. Als einer der wichtigsten Exilromane neben Anna Seghers’ „Transit“ behält „Der Vulkan“ seine Aktualität als Plädoyer für Humanität und Mahnung vor Barbarei.
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