Die Schönheitslinie

Autor
Alan Hollinghurst, geb. 1954
Genre
Roman
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
576

"Die Schönheitslinie" von Alan Hollinghurst ist ein nuancierter Roman, der im Sommer 1983 in Londons wohlhabenden Viertel Notting Hill spielt. Der Protagonist Nick Guest, ein 20-jähriger Student aus der Provinz, zieht in die Dachkammer der Familie Fedden – einer einflussreichen Konservativen-Parlamentsfamilie. Dort taucht er ein in die Welt der oberen Zehntausend während der Thatcher-Ära, geprägt von Reichtum, politischen Intrigen und sozialer Heuchelei.

Die Handlung folgt Nicks sexueller und sozialer Emanzipation als schwuler Mann. Er erlebt leidenschaftliche Affären mit Leo, einem älteren, geschiedenen Vater, und Wani, einem reichen libanesischen Bankierssohn, inmitten der pulsierenden homosexuellen Szene. Der Roman beleuchtet die dunkle Schattenseite der 1980er: Die aufkeimende AIDS-Krise wirft einen bedrohlichen Schatten über die unbeschwerte Lebenslust. Hollinghursts Meisterwerk, mit dem Booker Prize 2004 ausgezeichnet, ist ein brillantes Sittengemälde, das Schönheit, Verfall und die Zerbrechlichkeit des Privilegierten satirisch entlarvt und die schwule Subkultur mit feiner Sensibilität porträtiert.

Queerer Bezug: Der Roman thematisiert die schwule Subkultur in den 1980er Jahren intensiv, inklusive leidenschaftlicher homoerotischer Beziehungen und der drohenden AIDS-Epidemie. Er beleuchtet die gesellschaftlichen Tabus und die Suche nach Identität in einer homophoben Elitewelt.