- Autor
- Han Kang, geb. 1970
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 2007
- Seiten
- 190
- ISBN
- 9783839815601
Die Vegetarierin von Han Kang erzählt die Geschichte der jungen Yong-Hye, einer unscheinbaren koreanischen Hausfrau, die eines Tages nach einem verstörenden Traum beschließt, kein Fleisch mehr zu essen. Diese radikale Entscheidung löst eine Kette von Konflikten aus: Ihr Ehemann fühlt sich provoziert, ihre Familie reagiert mit Gewalt und Ablehnung, da sie traditionelle Normen verletzt. In drei Kapiteln wechseln die Perspektiven – von ihrem Mann über ihren Schwager, der eine obsessive künstlerische Faszination für ihren Körper entwickelt, bis zu ihrer Schwester. Yong-Hye strebt nach einer radikalen Transformation, sehnt sich danach, mit der Pflanzenwelt zu verschmelzen und ihre Menschlichkeit abzulegen.
Der Roman thematisiert Gewalt gegen Frauen, gesellschaftlichen Druck und die Zerbrechlichkeit des Selbst. Obwohl kein expliziter LGBT-Bezug vorliegt, weist die Beziehung zwischen Yong-Hye und ihrem Schwager homoerotische Untertöne auf, die körperliche Intimität und Tabubruch andeuten. Han Kangs hypnotischer Stil, der 2016 mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet wurde, erforscht die Grenzen von Autonomie und Unterdrückung tiefgründig.
Queerer Bezug: Die Vegetarierin themisiert keine zentrale LGBT-Handlung, enthält jedoch homoerotische Elemente in der obsessiven Beziehung zwischen Yong-Hye und ihrem Schwager, die körperliche Intimität und Tabus andeuten. Dies unterstreicht Themen von Verlangen und gesellschaftlicher Unterdrückung.