Epistemologie des Schranks

Autor
Eve Kosofsky Sedgwick, geb. 1950
Genre
Sachbuch
Erscheinungsjahr
1990
Seiten
258

"Epistemologie des Schranks" von Eve Kosofsky Sedgwick, erstmals 1990 erschienen, ist ein wegweisendes Werk der Queer-Theorie. Das Buch dekonstruiert die binäre Opposition von Homosexualität und Heterosexualität und analysiert den 'Schrank' als zentrale Metapher für das Wissen, die Ignoranz und die Zwänge der sexuellen Identität in der westlichen Kultur.

Sedgwick untersucht literarische Texte von Autoren wie Henry James, Oscar Wilde und Herman Melville, um zu zeigen, wie der Schrank Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit, Schweigen und Offenbarung strukturiert. Sie kontrastiert den 'minoritizierenden' Blick, der Homosexualität als abgetrennte Minderheit sieht, mit dem 'universalizierenden' Ansatz, der homoerotische Elemente in allen Sexualitäten erkennt. Der LGBT-Bezug liegt in der Kritik homophober Strukturen und der Aufdeckung der Double-Bind-Situation: Im Schrank droht Entdeckung, draußen Unterdrückung.

Das Buch gewann immense Bedeutung als Grundlage queerer Studien, indem es die Komplexität sexueller Epistemologie beleuchtet und Coming-out als simplen Akt entlarvt. Es spiegelt die AIDS-Krise der 1980er wider und fordert eine nuanciertere Auseinandersetzung mit Sexualität.

Queerer Bezug: Das Buch ist ein Meilenstein der Queer-Theorie und analysiert den 'Schrank' als Symbol für die epistemologischen Zwänge homosexueller Identitäten. Es dekonstruiert heteronormative Binärstrukturen und beleuchtet die Universalität homoerotischer Dynamiken.